Silber 925

Reines Silber (Ag) ist für Anwendungen im Schmuckbereich zu weich und zu wenig formstabil. Aus diesem Grund wird bei der Schmuckherstellung (schon von Alters her) mit Legierungen gearbeitet. Legierungen sind Metallgemische mit spezifischen Eigenschaften. Silber 925 ist eine solche Legierung.

Gebräuchliche Silberlegierungen im Schmuckbereich

Silber 925 ist die klassische Schmucklegierung – wird auch Sterlingsilber genannt . Sie besteht aus 925 Promille Feinsilber (Ag) und 75 Promille Kupfer (Cu). Dieses Mischungsverhältnis bewährt sich durch günstige mechanische Eigenschaften, eine gute Härte und ausreichende Formstabilität. Die Härte kann speziell bei dieser Silberlegierung zusätzlich noch durch langsames Abkühlen nach dem Glühen oder durch „Ablöschen und Anlassen“ gesteigert werden. Kennzeichen ist die Stempelung „925“.

Die Stempelung „800“ bezeichnet eine weitere Legierung, die zur Herstellung von Tafelsilber und Gerät (800 Promille Silber und 200 Promille Kupfer) eingesetzt wird. In diesem Zusammenhang kommt auch die etwas höherwertigere 835er- Legierung zur Anwendung.

Weissgebeiztes Silber

Die Farbe von reinem Silber (sog. Feinsilber) ist weiss. Durch die Zulegierung von Kupfer wird die Farbe rötlich grau.

Während der handwerklichen Bearbeitungsprozesse (walzen, schmieden, biegen etc.) wird das metallische Gefüge verändert, partiell unter Spannung gesetzt, verdichtet oder gedehnt. Durch anschliessendes Rekristallisationsglühen ordnet sich das Gefüge innerhalb der Körperlichkeit des Objektes neu. Das Material entspannt sich und ist dann in der Zusammensetzung wieder weitgehend homogen. Um die Glührückstände (v. a. oberflächliche Oxidation) zu entfernen, erfolgt dann der Beizprozess . Beizen ist wie das Glühen ein notwendiger Bestandteil des Arbeitsprozesses.

Beim Abbeizen oder Weißsieden von Silberwaren in 15% Schwefelsäure oder Vitrex wird der Kupferanteil aus der Oberfläche der Legierung herausgelöst – denn die Säure greift das unedle Kupfer wesentlich stärker an als das Edelmetall Silber. Es bleibt eine dünne, weisse Feinsilberschicht zurück. Dort, wo die Kupferkristalle herausgelöst wurden entsteht eine feine Mikrostruktur kleinster Löcher, die die Oberfläche in der Gesamtwirkung matt erscheinen lässt. In den tieferen Schichten, wo die Säure nicht angreifen kann, bleibt die 925er Legierung unverändert bestehen.

Weißsieden

Der Begriff Weißsieden bezeichnet den Vorgang wiederholten Glühens und Beizens mit dem Ziel, auf der Oberfläche des Werkstücks eine etwas stärkere Feinsilberschicht zu erzeugen. Diese Möglichkeit funktioniert aber nur sehr begrenzt. Die entstandene Feinsilberschicht ist von geringer Härte und wird durch die tägliche mechanische Beanspruchung vor allem bei Silberringen (Reibung, Schlagwirkung, Erosion) mit der Zeit abgerieben. Ähnlich wie beim Schwärzen von Silber mit Pariser Oxid , die bei tieferliegendem Ornament zur Anwendung kommt und dort auch längerfristig besteht , bleibt auch der weißgesiedete Silberbelag nur in tieferliegenden Bereichen der Oberfläche erhalten. Erhöhte Partien polieren sich allmählich blank.