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Leichte Blütenohrstecker aus dem 3D-Drucker

Der Elegoo Mars Resin-Drucker hat neue Blüten hervorgebracht. Das Bild oben zeigt den Blütenohrstecker „Maiblume“, der in Rhino 3D entwickelt wurde. Die Blüte hat einen Durchmesser von 13mm und wiegt mit Stecker 1,13 g.

Seit dem Corona-Sommer 2020 setze ich mich wieder in neuer Motivation mit Rhino auseinander. Ja – da ist öfter mal eine „Auseinandersetzung“ angesagt, weil das Programm sehr spezial ist und eine intuitive Arbeitsweise jenseits eines von Mc Neel vorgesehenen Workflows häufiger in Sackgassen endet. Damit ist es für Autodidakten eigentlich eher weniger geeignet. Es gibt aber einige sehr hilfreiche Features für das Entwerfen und Zeichnen von Schmuckformen, die sich lohnen.

Für die Blütenohrstecker konnte ich nun eine Routine entwickeln, die sich bewährt hat. In der Bauart knüpfen sie an meine handwerklich aus Silberblechen montierten Ohrstecker Ra2 und Mo von 20012 an. Die feine quergestreifte Schichtstruktur gibt Auskunft über den digitalen Ursprung der Ohrstecker. Insgesamt umfasst die Reihe zunächst 3 Modelle: „Hexagon„, „Maiblume“ und „Die Kleinen„.

Nah dran mit Retroadapter und Zwischenringen

Maßgeblicher Teil eines Produkts im Webshop ist unverzichtbar das zugehörige Produktfoto. Am besten gibt es mehrere davon aus unterschiedlichen Perspektiven, aber i.d.R. so nah dran wie möglich, wenn es um Schmuckobjekte geht. Über die technische Umsetzung habe ich mir in den letzten Tagen Gedanken gemacht und Produktfotografien mit Retroadapter und Zwischenringen umgesetzt. Ist ein spannendes Arbeitsfeld, das jede Menge Zeit beansprucht! Welche Methode dann am Ende die Bessere ist, muss sich noch herausstellen.

Konkret geht es um die neuen Ohrstecker, die inzwischen – fit für den 3D-Drucker– in Rhino entwickelt wurden. Die Serie knüpft in der Bauart an an frühere, aus Blechen montierte Blütenohrstecker (lepompier-schmuckdesign -Ra2- 2012). Die quergestreifte Schichtstruktur, die im Makrofoto deutlich zu sehen ist, offenbart den digitalen Ursprung des Objekts. Die Einstellung für die Schichtdicke lag bei diesem Druck bei 0.05 mm. Der Durchmesser der Blütenronde misst 12 mm.

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Produktfoto Blütenohrstecker
Blüten-Ohrstecker Maiblume (2020)

Eine richtig knackige Vergrösserung bringt der Retroring im Zusammenhang mit einem umgekehrt auf die Kamera aufgesetzten Weitwinkelobjektiv (Abb. oben) – je kürzer die Brennweite, desto grösser der Abbildungsmassstab. Bei dieser Methode muss man leider auf den Autofokus verzichten und manuell scharfstellen. Die Blende ist nicht regulierbar. Einstellbar sind lediglich Belichtungszeit und Iso-Wert.

Automatische Zwischenringe sind deutlich moderater in der Vergrösserung und haben den Vorteil, dass der Autofokus benutzt werden kann. Das ist ein gutes Argument, wenn etwa eine Sehschwäche ausgeglichen werden muss . Einstellbar sind Belichtungszeit, Blende und Iso-Wert. Vor allem auch die Regelbarkeit der Blende ist ein Pluspunkt, weil damit die Tiefenschärfe beeinflusst werden kann.

Fazit: Automatische Zwischenringe haben im Endeffekt die besseren Ergebnisse gebracht, vor allem, weil der Autofokus im sensiblen Makrobereich zuverlässig für Bildschärfe sorgt.

Elegoo Mars Pro

Im Sommer habe ich mir noch recht ungläubig diesen Elegoo Mars Pro Resin-Drucker geleistet, weil der Urlaub coronabedingt ausfiel. Inzwischen bin ich voll überzeugt – mal abgesehen davon, dass die dem Druck folgende Reinigung etwas nervig ist. Wenn man das nicht gründlich macht, klebt mit der Zeit alles und der nächste Druck haftet nicht richtig an der Plattform und fällt in den Resin-Behälter. Wenn man das aber gründlich macht, ist alles OK und man hat mit dem Standard-Resin von Elegoo wirklich einwandfreie Ergebnisse mit einem finanziellen Einsatz von zur Zeit ca 250.-EUR. + 29.- EUR für das Resin. Die Zukunft hat begonnen!

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Und es kam noch besser! Bei 3D-Jake gibt es bei näherem Hinsehen – für einen stolzen Preis von 138 EUR für 500ml – auch Castable Wax , das einen Direktguss des Drucks erlaubt. Das Material brennt beim Gießvorgang rückstandsfrei aus. Das erspart mir die Erstellung einer Silikonform und ermöglicht u.a. eine unkomplizierte individuelle Größenanpassung bei Ringen.

Der Druck hat nach anfänglichen Schwierigkeiten und entsprechender Anpassung der Voreinstellungen gut funktioniert. Die fehlenden technischen Informationen fand ich auf der Website von Horbachtechnik.

Die Gussergebnisse sind einwandfrei.

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Der Designer wird kleiner :-)

… hoffentlich nur vorübergehend! Will sagen, dass der Anteil des Designs an der Lebensleistung vorübergehend kleiner werden wird. Denn: die Tätigkeit, die mir den Broterwerb sichert, fordert z. Zt. zusätzliche Kapazität und Aufmerksamkeit ein.

Wie viele andere Akteure in diesem Bereich bin ich in wirtschaftlicher Hinsicht auf ein weiteres Standbein angewiesen, um die Lebenshaltungskosten bestreiten zu können und handlungsfähig zu bleiben. Das ging bisher ganz gut, solange eine einigermaßen funktionierende Balance gegeben war. Zuletzt blieb die Arbeit auf dem Werktisch leider zunehmend länger liegen. Ist im Moment schwer zu sagen, wie lange das gehen wird.

Creole: Die Formen werden kompakter und kleiner

Für die assymetrischen Varianten tue ich mich im Moment schwer, eine wirklich schlüssige Lösung zur Umsetzung der Dreidimensionalität zu finden. Die kommt hoffentlich noch, ist aber auch nicht unbedingt notwendig. Wirkt als einfache „Shape“ oder „Klinge“ mit angelötetem Stecker auch schon gut ! Das kann mit weniger Aufwand relativ günstig umgesetzt werden.

Das Ohr und auch der Wille des Models fordern kompaktere Lösungen:-) Das hat neben verbesserten Trageeigenschaften und Alltagstauglichkeit auch den großen Vorteil, dass sich Gewicht und Materialaufwand reduzieren lassen. Ich hab´s einfach mal probiert und bin damit unvermutet glücklich geworden. Quasi nebenbei sind, ausgehend von der ersten Grundform auch zwei neue symetrische Formvarianten entstanden – schmaler und mehr in die Länge gezogen.

Creole: organischere Form-Varianten

folgende Ergebnisse hatte ich bisher bei der Weiterentwicklung der Creole Silber 925. Ich finde in diesem Zusammenhang z. Zt. vor allem eine weiche assymetrische Formgebung interessant und werde diese zeichnerisch und im Papiermodell entwickeln.

Eine weitere Idee ist, die Objektkomponenten nicht deckungsgleich zu gestalten …

Creolen Silber 925 : Variationen

Klapp-Design: Triangel-Anhänger

Der Triangelanhänger macht wohl noch ziemlich Arbeit, so wie das hier aussieht. Die Gussfehler sind allerdings wahrscheinlich bauartsbedingt, weil durch das angewandte doppellagige „Klapp-Design“ in der Einbettmasse scharfe, dünne Kanten entstehen. Beim Einschiessen der Schmelze wurden diese dünnen Gipskanten offenbar in der Schmelze mitgerissen und verursachten die im Bild sichtbaren Gießfehler.

Bleibt nun zu überlegen, ob der Gußkanal für zukünftige Umsetzungen evt. an anderer Stelle günstiger angebracht werden kann. Und es bleibt der Versuch, durch Schmieden und Löten eine einigermaßen akzeptable Oberflächenbeschaffenheit zu erreichen.

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Triangel-Anhänger (mit Gusskanalansatz)

Work in Progress: Creole & Triangelanhänger

Das waren die Gussergebnisse in Silber: die Giesskosten veranlassen zur Überlegung, was es für Alternativen gibt – so z.B. evt. ein Aluminiumguss.

Gießkostenaufstellung und Gußobjekte

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Die Creole wiegt nach Abtrennen des Gusskanals 7,6 g und ist damit auch im Material Silber von Größe, Formgebung und Gewicht her gut tragbar. Das Bild unten kann da vielleicht einen provisorischen Eindruck zu den Größenverhältnissen vermitteln … Ein oben mittig an der Rückseite angelöteter Stecker aus Silber wird die Befestigung am Ohr ermöglichen.

Modellentwicklung in Papier und Kunststoff

Papier oder Karton ist eine gute Möglichkeit, mal schnell was auszuprobieren oder zu visualisieren. Zu Techniken der Papierbearbeitung wie schneiden, kleben, falzen, spannen, biegen etc. gibt es Analogien in der Metallbearbeitung, die aber in der Regel mit wesentlich mehr zeitlichem und materiellem Aufwand umzusetzen sind. Insofern sind diese Modelle letztendlich übertragbar und als dreidimensionale Objekte „näher dran“, als die zweidimensionale Skizze.

Thermoplastische Kunststoffe lassen sich ebenfalls leicht mit einer Schere schneiden, erlauben aber auch eine plastische Verformung unter Zuhilfenahme eines Heissluftföns oder über thermisch regelbare metallische Werkzeuge. Ich habe mir zum Abkanten für das Handstück des Anwachsgeräts entsprechende Aufsteckprofile aus Messing hergestellt.

Über die geläuterte Ästhetik eines Kotflügels



Ich habe eine Vorliebe für ein sehr elementares, reduziertes Formenvokabular, für ungeschönte, rauhe, auf´s wesentliche reduzierte Objekte …

In der Nähe eines kleinen südfranzösischen Dorfes fand ich mitten in der sonnengefluteten Garrigue die Überreste eines uralten Peugeots. Im Laufe der Jahrzehnte hatten ihm Wind, Hitze, Kälte, Nässe und Trockenheit entsprechend zugesetzt. Nur die wesentlichen Teile waren noch vorhanden. Der Lack war blind geworden,und überhaupt waren sämtliche Oberflächen von Wind und Wetter in einen ähnlichen Zustand versetzt worden. Die Wölbungen der stumfen Bleche wirkten seltsam materialhaft, sehr gegenwärtig, durch keinen Reflex gestört… ihre Form trat klar und nackt zutage.

Das Ganze kontrastierte mit den filigranen Formen der umgebenden Pflanzenwelt und fand dann auch wieder eine Entsprechung in den ausgewaschenen Wölbungen der verwitterten Felsbrocken und der umgebenden Hügel. Ich möchte fast sagen, er passte nun in die Landschaft, die ihn vereinnahmt hatte …   wunderschön!

2-3 Jahre später hatte ich an der Goldschmiedeschule ein Deja vu beim Glühen und anschliessendem Abbeizen von Silberblechen. Auch das Glühen und Beizen ist ein Läuterungsprozess, bei dem sich das durch mechanische Bearbeitung unterschiedlich verdichtete Gefüge des Werkstücks entspannt und neu ordnet. Am Ende bleibt nur das Wesentliche. Die Oberfläche ist rein und durch eine feine Mikro-Struktur mattiert, weil beim Beizvorgang die unedleren Kupferkristalle der Legierung aus der Oberfläche herausgelöst wurden. Das ist der Zustand, den ich für meine Objekte erhalten möchte: das ist der Geburtszustand mehr oder weniger.