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Der Designer wird kleiner :-)

… hoffentlich nur vorübergehend! Will sagen, dass der Anteil des Designs an der Lebensleistung vorübergehend kleiner werden wird. Denn: die Tätigkeit, die mir den Broterwerb sichert, fordert z. Zt. zusätzliche Kapazität und Aufmerksamkeit ein.

Wie viele andere Akteure in diesem Bereich bin ich in wirtschaftlicher Hinsicht auf ein weiteres Standbein angewiesen, um die Lebenshaltungskosten bestreiten zu können und handlungsfähig zu bleiben. Das ging bisher ganz gut, solange eine einigermaßen funktionierende Balance gegeben war. Zuletzt blieb die Arbeit auf dem Werktisch leider zunehmend länger liegen. Ist im Moment schwer zu sagen, wie lange das gehen wird.

Creole: Die Formen werden kompakter und kleiner

Für die assymetrischen Varianten tue ich mich im Moment schwer, eine wirklich schlüssige Lösung zur Umsetzung der Dreidimensionalität zu finden. Die kommt hoffentlich noch, ist aber auch nicht unbedingt notwendig. Wirkt als einfache „Shape“ oder „Klinge“ mit angelötetem Stecker auch schon gut ! Das kann mit weniger Aufwand relativ günstig umgesetzt werden.

Das Ohr und auch der Wille des Models fordern kompaktere Lösungen:-) Das hat neben verbesserten Trageeigenschaften und Alltagstauglichkeit auch den großen Vorteil, dass sich Gewicht und Materialaufwand reduzieren lassen. Ich hab´s einfach mal probiert und bin damit unvermutet glücklich geworden. Quasi nebenbei sind, ausgehend von der ersten Grundform auch zwei neue symetrische Formvarianten entstanden – schmaler und mehr in die Länge gezogen.

Creole: organischere Form-Varianten

folgende Ergebnisse hatte ich bisher bei der Weiterentwicklung der Creole Silber 925. Ich finde in diesem Zusammenhang z. Zt. vor allem eine weiche assymetrische Formgebung interessant und werde diese zeichnerisch und im Papiermodell entwickeln.

Eine weitere Idee ist, die Objektkomponenten nicht deckungsgleich zu gestalten …

Creolen Silber 925 : Variationen

Klapp-Design: Triangel-Anhänger

Der Triangelanhänger macht wohl noch ziemlich Arbeit, so wie das hier aussieht. Die Gussfehler sind allerdings wahrscheinlich bauartsbedingt, weil durch das angewandte doppellagige „Klapp-Design“ in der Einbettmasse scharfe, dünne Kanten entstehen. Beim Einschiessen der Schmelze wurden diese dünnen Gipskanten offenbar in der Schmelze mitgerissen und verursachten die im Bild sichtbaren Gießfehler.

Bleibt nun zu überlegen, ob der Gußkanal für zukünftige Umsetzungen evt. an anderer Stelle günstiger angebracht werden kann. Und es bleibt der Versuch, durch Schmieden und Löten eine einigermaßen akzeptable Oberflächenbeschaffenheit zu erreichen.

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Triangel-Anhänger (mit Gusskanalansatz)

Work in Progress: Creole & Triangelanhänger

Das waren die Gussergebnisse in Silber: die Giesskosten veranlassen zur Überlegung, was es für Alternativen gibt – so z.B. evt. ein Aluminiumguss.

Gießkostenaufstellung und Gußobjekte

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Die Creole wiegt nach Abtrennen des Gusskanals 7,6 g und ist damit auch im Material Silber von Größe, Formgebung und Gewicht her gut tragbar. Das Bild unten kann da vielleicht einen provisorischen Eindruck zu den Größenverhältnissen vermitteln … Ein oben mittig an der Rückseite angelöteter Stecker aus Silber wird die Befestigung am Ohr ermöglichen.

Modellentwicklung in Papier und Kunststoff

Papier oder Karton ist eine gute Möglichkeit, mal schnell was auszuprobieren oder zu visualisieren. Zu Techniken der Papierbearbeitung wie schneiden, kleben, falzen, spannen, biegen etc. gibt es Analogien in der Metallbearbeitung, die aber in der Regel mit wesentlich mehr zeitlichem und materiellem Aufwand umzusetzen sind. Insofern sind diese Modelle letztendlich übertragbar und als dreidimensionale Objekte „näher dran“, als die zweidimensionale Skizze.

Thermoplastische Kunststoffe lassen sich ebenfalls leicht mit einer Schere schneiden, erlauben aber auch eine plastische Verformung unter Zuhilfenahme eines Heissluftföns oder über thermisch regelbare metallische Werkzeuge. Ich habe mir zum Abkanten für das Handstück des Anwachsgeräts entsprechende Aufsteckprofile aus Messing hergestellt.

Über die geläuterte Ästhetik eines Kotflügels



Ich habe eine Vorliebe für ein sehr elementares, reduziertes Formenvokabular, für ungeschönte, rauhe, auf´s wesentliche reduzierte Objekte …

In der Nähe eines kleinen südfranzösischen Dorfes fand ich mitten in der sonnengefluteten Garrigue die Überreste eines uralten Peugeots. Im Laufe der Jahrzehnte hatten ihm Wind, Hitze, Kälte, Nässe und Trockenheit entsprechend zugesetzt. Nur die wesentlichen Teile waren noch vorhanden. Der Lack war blind geworden,und überhaupt waren sämtliche Oberflächen von Wind und Wetter in einen ähnlichen Zustand versetzt worden. Die Wölbungen der stumfen Bleche wirkten seltsam materialhaft, sehr gegenwärtig, durch keinen Reflex gestört… ihre Form trat klar und nackt zutage.

Das Ganze kontrastierte mit den filigranen Formen der umgebenden Pflanzenwelt und fand dann auch wieder eine Entsprechung in den ausgewaschenen Wölbungen der verwitterten Felsbrocken und der umgebenden Hügel. Ich möchte fast sagen, er passte nun in die Landschaft, die ihn vereinnahmt hatte …   wunderschön!

2-3 Jahre später hatte ich an der Goldschmiedeschule ein Deja vu beim Glühen und anschliessendem Abbeizen von Silberblechen. Auch das Glühen und Beizen ist ein Läuterungsprozess, bei dem sich das durch mechanische Bearbeitung unterschiedlich verdichtete Gefüge des Werkstücks entspannt und neu ordnet. Am Ende bleibt nur das Wesentliche. Die Oberfläche ist rein und durch eine feine Mikro-Struktur mattiert, weil beim Beizvorgang die unedleren Kupferkristalle der Legierung aus der Oberfläche herausgelöst wurden. Das ist der Zustand, den ich für meine Objekte erhalten möchte: das ist der Geburtszustand mehr oder weniger.

                                                                                                                                                                             

Das Kleine im Großen

Design gestaltet neben der formalen Umsetzung ergonomisch – technischer Belange vor allem auch visuelle und haptische Erlebnisse, sowie die Zusammenhänge in der Binnenstruktur eines Objektes.  Es geht da idealerweise um sinnvolle und reizvolle Beziehungen der Formbestandteile und deren  Einordnung in einen Gesamtzusammenhang. Das kann ein verbindender Rhythmus sein, ein Bewegungsablauf, eine metrische Beziehung oder manchmal auch eine ungewohnte Eigenart, die die Wahrnehmung des Betrachters anspricht und in Gang bringt.

Design-Entwicklung ist ein Prozess

Entwicklung ist ein Prozess. Voraussetzung ist, dass man sich auf den Weg macht und die Dinge in Betracht zieht, die am Weg liegen. Darüberhinaus ist Design oft dann  besonders fruchtbar, wenn ein Transfer aus anderen Bereichen gelingt, die auf den ersten Blick wenig mit der aktuellen Aufgabenstellung zu tun haben – z.B. eine formale Verknüpfung mit dem Erdbeereis, der Bibliothekseinrichtung, dem Zeitschriften-Layout etc. … , das gestern oder im Vorjahr „am Weg lag“. 
Von  daher  sollte  man  bei der Design-Entwicklung sinnvollerweise  klein  anfangen, aufmerksam vorangehen, themenübergreifend denken und  nicht  schon  zu  Beginn  das Endprodukt vorweg nehmen wollen.

Beispiele für solche Transfer-Ergebnisse bei Schmuckobjekten von lepompier-schmuckdesign sind der Schwalbenschwanz-Ring  und der Zungenring. Bezugsquelle bei der formalen Gestaltung des Schwalbenschwanz-Rings war eine Verzapfungstechnik aus dem Holzbau, während beim Zungenring die Idee der Auskragung aus dem Bereich Architektur kommt.  Die Übernahme dieser Einflüsse geschieht dabei oft nicht bewusst, sondern findet während des Formfindungsprozesses im spielerischen Umgang mit Lösungsmöglichkeiten statt. Die Bewusstwerdung der Zusammenhänge ermöglicht dann ggfs. auch den bewussten Transfer weiterer formaler Lösungsmöglichkeiten aus diesem Bereich.

Ein wiederkehrendes Gestaltungsprinzip bei lepompier-schmuckdesign ist  die transparente Schichtung  von Metallblechen. Das Prinzip des transparenten „layers“ wurde aus der digitalen Bildbearbeitung übernommen  und für die Konstruktion und Gestaltung  von Schmuck fruchtbar gemacht (siehe auch Foto unten).

Vorstufen zum Sattelring ( lepompier-schmuckdesign)
Experimentelle Schmuck-Formen (entstanden am Berufskolleg für Formgebung-Schmuck und Gerät 1998), Kupfer (oxidiert)