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Die Creole-Shape Ohrstecker sind soweit

Stille Vorbilder für diese flächigen Creolen-Geschichten sind vermutlich doch die Werkzeugklingen und Ziehklingen in den Schränken der Wagnerwerkstatt meines Opas, die mich als Kind sehr beeindruckt haben. Die Creole an sich ist für mich der Urtyp des Ohrrings, den schon die Kelten bei ersten Metallgussversuchen umzusetzen versuchten. Die Form ist klassisch und in Abwandlungen bis heute aktuell geblieben und regt zur formalen Auseinandersetzung an …

Ohrstecker-Rosette in Sternanordnung

Im folgenden Entwurf habe ich versucht, ein „neues“ Konstruktionsprinzip in der Gestaltung der Ohrstecker-Rosette umzusetzen. Frischer Wind für den Kopf! Anstelle der bisherigen ineinander geschachtelten Becherformen treten sternförmig angeordnete Halbkreise, die in offene Y-Formen „aufgelöst“ wurden. Die Software hat dann auch ihre Eigenwilligkeit beigesteuert und die eigentlich angelegten Deck- und Seitenflächen der Y-Formen in der Darstellung unterschlagen. Eine zu komplexe Aufgabe für 32GB Arbeitsspeicher und eine 4GB Grafikkarte?

Das Objekt würde mit geschlossenen Deck- und Seitenflächen wesentlich schwerer und kompakter wirken. Insofern passt es dann doch so ganz gut … lässt sich so aber wahrscheinlich nicht drucken.

Nach ein paar Nächten drüber schlafen kommt mir die Idee, dass die angewendete Technik „Trimmen“ die offenen Seiten verursacht hat. Mit der Anwendung „Boolsche Differenz“ hat man in diesem Fall vermutlich das gewünschte Ergebnis (?)

So, inzwischen hier noch ein vorläufiges Ergebnis mit geschlossenen Seiten und Deckflächen. Das hat jetzt allerdings eine ganz andere Wirkung …

Und noch ein „Lampignon“: jetzt wieder 11-strahlig … ist wohl noch offen, wie das Objekt letztendlich zur Anwendung kommt. Hängt davon ab, wie viel das Objekt am Ende wiegt!

Design-Entwicklung ist ein Prozess

Entwicklung ist ein Prozess. Voraussetzung ist, dass man sich auf den Weg macht und die Dinge in Betracht zieht, die am Weg liegen. Darüberhinaus ist Design oft dann  besonders fruchtbar, wenn ein Transfer aus anderen Bereichen gelingt, die auf den ersten Blick wenig mit der aktuellen Aufgabenstellung zu tun haben – z.B. eine formale Verknüpfung mit dem Erdbeereis, der Bibliothekseinrichtung, dem Zeitschriften-Layout etc. … , das gestern oder im Vorjahr „am Weg lag“. 
Von  daher  sollte  man  bei der Design-Entwicklung sinnvollerweise  klein  anfangen, aufmerksam vorangehen, themenübergreifend denken und  nicht  schon  zu  Beginn  das Endprodukt vorweg nehmen wollen.

Beispiele für solche Transfer-Ergebnisse bei Schmuckobjekten von lepompier-schmuckdesign sind der Schwalbenschwanz-Ring  und der Zungenring. Bezugsquelle bei der formalen Gestaltung des Schwalbenschwanz-Rings war eine Verzapfungstechnik aus dem Holzbau, während beim Zungenring die Idee der Auskragung aus dem Bereich Architektur kommt.  Die Übernahme dieser Einflüsse geschieht dabei oft nicht bewusst, sondern findet während des Formfindungsprozesses im spielerischen Umgang mit Lösungsmöglichkeiten statt. Die Bewusstwerdung der Zusammenhänge ermöglicht dann ggfs. auch den bewussten Transfer weiterer formaler Lösungsmöglichkeiten aus diesem Bereich.

Ein wiederkehrendes Gestaltungsprinzip bei lepompier-schmuckdesign ist  die transparente Schichtung  von Metallblechen. Das Prinzip des transparenten „layers“ wurde aus der digitalen Bildbearbeitung übernommen  und für die Konstruktion und Gestaltung  von Schmuck fruchtbar gemacht (siehe auch Foto unten).

Vorstufen zum Sattelring ( lepompier-schmuckdesign)
Experimentelle Schmuck-Formen (entstanden am Berufskolleg für Formgebung-Schmuck und Gerät 1998), Kupfer (oxidiert)